(v.l.n.r.) Hugues Gall (ehemals Direktor der Pariser Opéra), Barthélémy Jobert (Président de la Sorbonne), Cécile Davy-Rigaux (Directorin des IReMus), Michael Stegemann, Annette Thein (Bärenreiter Verlag), Denis Herlin (CNRS);© Olivier Jacquet (Université Paris-Sorbonne)

17.03.2017

Michael Stegemann erhält Ritterorden

Für seine Verdienste um Camille Saint-Saëns erhält Prof. Michael Stegemann eine besondere Ehre aus Frankreich: In Paris wurde er zum "Ritter für Kunst und Literatur" geschlagen.

Prof. Michael Stegemann ist ein wahrer Frankreich-Fan. Die Begeisterung für das Land und dessen Musik hegt er bereits seit seiner Jugend. So ist es keine Überraschung, dass französische Komponisten im Laufe seines Lebens immer wieder im Fokus standen und stehen – während des Studiums, bei seiner Promotion, bei Publikationen, Moderationen, Musikauf-zeichnungen, Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekten.

Nun hat der Wissenschaftler für sein musikalisches Engagement eine außergewöhnliche Auszeichnung erhalten, die zu den höchsten Orden Frankreichs zählt. Die französische Kulturministerin hat Prof. Michael Stegemann im Dezember 2016 zum "Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres" ernannt, also zum "Ritter für Kunst und Literatur". "Frankreich ist meine ästhetische und musikalische Heimat, deshalb ist der Orden für mich eine große Ehre", sagt Stegemann. Gerade am Anfang seiner wissenschaftlichen Laufbahn sei er ein wahrer Exot gewesen: "Die Deutschen und die Franzosen haben sich gleichermaßen gewundert, weshalb sich jemand für französische Musik interessiert. In den 1970er-Jahren war dazu in der Musikwissenschaft noch nicht viel zu finden."

"Deutsche und Franzosen haben sich gleichermaßen gewundert, weshalb sich jemand für französische Musik interessiert."

Wie viele Lücken es damals in der Literatur im Hinblick auf französische Komponisten gab, erfuhr Michael Stegemann schon als 15-Jähriger. Er hatte die Orgel-Symphonie von Camille Saint-Saëns gehört und wollte mehr über den Schöpfer des weltbekannten Stücks "Karneval der Tiere" erfahren. In den Bibliotheken entdeckte er nahezu nichts. Damit war sein Forschungsinteresse geweckt, das bis heute anhält. "Für mich ist Camille Saint-Saëns einer der wichtigsten und spannendsten Komponisten, die Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts gewirkt haben. Er hat beispielsweise 1900 den ersten Tango und 1908 die erste Filmmusik komponiert, oder auch als einer der ersten das Xylophon eingesetzt. Von Saint-Saëns sind rund 320 Instrumentalstücke bekannt. Das ist beachtlich", so Stegemann.

Aktuell arbeitet der Musikwissenschaftler als wissenschaftlicher Editionsleiter / Generalherausgeber an einer Gesamtausgabe der Instrumentalwerke von Camille Saint-Saëns, die 36 Bänden umfassen wird. Prof. Michael Stegemann studierte in Münster Musikwissenschaft, Romanistik, Philosophie und Kunstgeschichte und in Paris u. a. Komposition in der Meisterklasse von Olivier Messiaen. 1981 promovierte er mit einer Arbeit über Camille Saint-Saëns und das französische Solokonzert von 1850 bis 1920. Nach Tätigkeiten als Redakteur der „Neuen Zeitschrift für Musik“ und Lehrtätigkeit an der Universität Münster, als Komponist, (Musik-)Schriftsteller, Rundfunk-Autor und Regisseur wurde Stegemann 2002 auf die Professur für historische Musikwissenschaft an die TU Dortmund berufen.

(Quelle: unizet, Februar 2017)