Michael Stegemann

Veranstaltungen im Sommersemester 2017


Musikgeschichte III - Die Musik des 20. Jahrhunderts im Überblick

Mo. 10 bis 12 Uhr · EF 50 Raum 4.313 · Beginn: 24.04.2017 · 160160

Musikgeschichte III beginnt mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und versucht, einen Überblick über die wichtigsten kompositorischen Strömungen des 20. Jahrhunderts zu geben: Noch einmal davongekommen – Expressionismus und Neue Sachlichkeit / Erinnerungen an die Zukunft – Neoklassizismus und Futurismus / Alter Wein in neuen Schläuchen – Arnold Schönberg und die Zwölftonmusik / Abgründe – Musik im Nationalsozialismus und Stalinismus / Im Westen viel Neues – Charles Ives, John Cage und die Neue Musik in den USA / Die (Neu)Ordnung der Welt – Serialität / Vom Kölner WDR zum IRCAM – Die elektronische Musik / Zufall und Notwendigkeit – Aleatorik und graphische Notation / Drei Lehrer ohne Schule – Olivier Messiaen, Frank Martin und Bernd Alois Zimmermann / Die gescheiterte Revolution – Das Ende der Serialität und die so genannte Postmoderne / Ausblick – Das 21. Jahrhundert / Abschlussklausur.

Je nach Teilnehmerzahl findet die Veranstaltung entweder als Vorlesung mit Abschlussklausur oder als (Haupt)Seminar statt!


Interpretationsforschung - Die Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven

Mo. 12 bis 14 Uhr · EF 50 Raum 4.313 · Beginn: 24.04.2017 · 160162

Wenn Bachs Wohltemperiertes Clavier das »Alte Testament« sei, dann seien die 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens das »Neue Testament« des Klaviers, behauptete Hans von Bülow. Tatsächlich ist der Werkkomplex, der 1795 mit den drei noch ganz im Geiste Haydns komponierten Sonaten op. 2 beginnt und 1822 mit den drei späten Sonaten op. 109, 110 und 111 endet, eine Welt für sich, die Interpreten seit jeher und immer wieder vor extreme Herausforderungen stellt. Das Spektrum der Möglichkeiten reicht vom Klassizismus bis zur Avantgarde, vom titanischen per aspera ad astra zum pastoralen Lyrismus. Im Vergleich wichtiger Interpretationen soll sich zeigen, welche Exegesen möglich sind und welche nicht.


Camille Saint-Saëns (II)

Di. 14 bis 16 Uhr · EF 50 Raum 4.313 · Beginn: 25.04.2017 ·160161

Der zweite Teil des Porträts des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns (1835-1921) – im Prinzip vom ersten Teil unabhängig und daher auch für Neueinsteiger in das Thema geeignet – wird die letzten 35 Jahre seines langen Lebens beleuchten: Jene Zeit, in der der einstige Revolutionär und Avantgardist unweigerlich zum ›Reaktionär‹ wurde, da eine neue Generation ihn zum Feindbild stilisierte. Wobei es schon erstaunlich ist, dass ausgerechnet der angeblich so konservative Saint-Saëns zum Beispiel (1908) die allererste Filmmusik komponierte! Ein wichtiges Kapitel beleuchtet die französische Musikpolitik während des Ersten Weltkriegs, in die Saint-Saëns tragisch eingebunden war. Und schließlich werden die letzten Werke zeigen, dass er auch im hohen Alter durchaus noch etwas zu sagen hatte.


Vom Autograph zum Urtext - Einführung in die musikalische Editionspraxis

Di. 16 bis 18 Uhr · EF 50 Raum 4.313 · Beginn: 25.04.2017 · 160163

Musikern ist es in der Regel egal, aus welchen Noten sie spielen: Sie verlassen sich darauf, dass die Ausgaben schon ›stimmen‹ werden. Wie wichtig und kompliziert – aber auch ungeheuer spannend! – das Erstellen einer zuverlässigen Notenedition ist, soll dieses Seminar Schritt für Schritt nachzeichnen, einschließlich praktischer Übungen. Der Weg von der Skizze über das (oder die) Autograph(e) eines Komponisten zum modernen »Urtext« einer historisch-kritischen Edition gibt Einblick in die Werkstatt der Musik selbst und zeigt ein Arbeitsfeld, das für Musiklehrer ebenso notwendig ist wie für Musikjournalisten oder Musiker.