Martin Ebeling

Veranstaltungen im Sommersemester 2017


Musikhören - physiologische und psychologische Grundlagen

Do. 12 bis 14 Uhr · EF 50 Raum 4.310 · Beginn: 20.04.2017 · 160195

Die Musik beruht auf dem Gehörsinn, der beim Hören von Musik das Material für das musikalische Denken und Empfinden beim Hörerlebnis fortgesetzt erzeugt. Die Eigenschaften und Fähigkeiten des Gehörsinns bestimmen daher entscheidend, was von dem als Musik erzeugten Schall – dem äußeren Reiz – beim Hören letztendlich zur wahrgenommenen Musik wird. Zum Musikhören gehören als Vorstufen eine Reihe von Transformationen, die aus dem Schallsignal durch seine Verarbeitung in der Gehörperipherie, der neuro akustischen Kodierung und Verarbeitung schließlich mit Hilfe komplexer psychischer Funktionen das Musikhören mit seinen kognitiven und emotionalen Bestandteilen hervorbringen. Es sind also akustische, physiologische, neuro-akustische, wahrnehmungspsychologische und kognitionspsychologische Prozesse zu untersuchen, um die Antezedenzien des Musikhörens und die Strukturen des musikalischen Denkens und Fühlens zu verstehen.

Kursinhalte: Eigenschaften musikalischer Signale, akustische Klanganalysen, Schallanalyse durch das Hörsystems, Psychoakustik des Musikhörens, Musikneurologie, psychische Funktionen und Musikhören, das Denken in Musik, die emotionale Wirkung von Musik.

Literatur:

  • Bregmann, Albert S. (1990), Auditory scene analysis, Cambridge: MIT Internetseite: webpages.mcgill.ca/staff/Group2/abregm1/web/
  • William M. Hartmann (1998), Signal Sound and Sensation, New York: Springer. (UB Bochum – Fak, Mathematik)
  • Donald E. Hall (1997), Musikalische Akustik, Mainz: Schott. (EF MUT 840/4 u. ZB Yf 3391)
  • Gerald Langner (2015). The Neural Code of Pitch and Harmony. Cambridge: Cambridge University Press, (EF MUG 460/119)
  • David Poeppel (2012). The Human Auditory Cortex. New York: Springer, (ZB L 26063) William A. Yost (52000), Fundamentals of Hearing, San Diego:Academic Press (UB Bochum – Inst. Psychol. / Fak. Elektrotech.)
  • Eberhard Zwicker& Hugo Fastl (2007), Psychoacoustics: factsand models, Berlin: Springer (ZB Be 10114/3
  • Carl Stumpf (1883 / 1890). Tonpsychologie. Leipzig: Hirtzel (EF MUG 460/121-1 u. MUG 460/121-2)

Instrumentenkunde

Do. 16 bis 18 Uhr · EF 50 Raum 4.310 · Beginn: 20.04.2017· 160196

Der Einteilung der Musikinstrumente nach ihrer Spielweise (Streichinstrumente, Zupfinstrumente, Tasteninstrumente u.s.w.) stellten Erich Moritz v. Hornbostel und Curt Sachs eine Systematik der Musikinstrumente gegenüber, die die Instrumente nach der Art des Klangerzeugers (schwingende Saite, Luftsäule, Membran oder Platte u.s.w.) ordnete. Diese Einteilung nach einem akustischen Kriterium erlaubt es, die Klangeigenschaften der Instrumente auf  wenige physikalische und psychoakustische Grundsätze zurückzuführen, die für ganze Instrumentenfamilien gültig sind. Die Musikinstrumente der verschiedenen Epochen und Völker lassen sich damit als unterschiedliche Realisierungen einiger weniger akustischer Grundprinzipien verstehen. Im Kurs werden  diese Grundprinzipien mit den Mitteln der modernen musikalischen Akustik verdeutlicht und die Klangerzeugung, die verschiedenen Spielweisen, die Umfänge und die Klangwirkungen der im Bereich der westlichen Musik etablierten Musikinstrumente besprochen und ihr Einsatz an Musikbeispielen verdeutlicht. Die historische Entwicklung der Instrumente mit einigen instrumentalen Sonderentwicklungen werden ebenso berücksichtigt, wie die volkstümlichen und außereuropäischen Formen der verschiedenen Instrumentenfamilien. Mit freier Computersoftware werden einfache Klanganalysen durchgeführt.

Kursinhalte: Elementare Akustik und Psychoakustik, Klanganalyse durch Fourier- und Gabortransformation, die Hornbostel-Sachs-Systematik, die wichtigsten Beispiele der Ideophone, Aerophone, Chordophone, Membranophone und der elektroakustischen Instrumente. 

Literatur:

  • Casella, A. Mortari, V. (1961), Die Technik des modernen Orchesters. Mailand: Ricordi (für UB bestellt, jetzt: Folkwang Bibliothek)
  • Donald E. Hall (1997), Musikalische Akustik, Mainz: Schott
  • Hornbostel, Erich Moritz v., Sachs, Curt, Systematik der Musikinstrumente. Ein Versuch. In: Zeitschrift für Ethnologie. Band 46, Nr. 4–5, 1914, S. 553–590 http://www.oberlin.edu/faculty/rknight/Organology/H-S-1914-German.pdf
  • Mertens, Paul-Heinrich (1975), Die Schumannschen Klangfarbengesetze und ihre Bedeutung für die Übertragung von Sprache und Musik. Frankfurt a. M. Bochinsky (EF MUT 840/23).
  • Sachs, Curt (1930 u. 1966), Handbuch der Musikinstrumentenkunde. Leipzig: Breitkopf & Härtel (ZB Yf 156, EF MUT 280/124)
  • de.wikipedia.org/wiki/Hornbostel-Sachs-Systematik