Das Projekt

Etwas über ein Jahr ist es nun her, dass die Vorbereitungen für das Musical „3 Musketiere“ von Rob und Ferdi Bolland begonnen haben. Nach der Aufführung von „Jesus Christ Superstar“ im Februar 2019 war dies das zweite Musical-Projekt des Instituts unter der Leitung von Miriam Meisterernst und Jan Duve. Nicht nur das Musical selbst stand dabei ganz unter dem Motto „Einer für alle - und alle für einen“. Um ein fast 3 1/2-stündiges Musical aufführen zu können, brauchte es einiges an Teamgeist und Engagement.

Innerhalb eines Semesters der Vorbereitung hatten wir – die Teilnehmenden – die Möglichkeit, uns in den verschiedenen Bereichen der Erarbeitung auszuprobieren. Von Inszenierung und Musik über Choreografie bis Bühnenbau und Kostüm konnte sich jeder kreativ in das Projekt einbringen und einen Teil davon selbst in die Hand nehmen. Während dieses einen Semesters und drüber hinaus hat sich so eine für mich bislang einzigartige Teamarbeit entwickelt, in der jeder seine Aufgabe hatte, aber auch nicht davor zurückgescheut ist, zu helfen, wo es sonst noch nötig war.

Wenn man in dieser Zeit durch das Untergeschoss der EF50 lief, hörte man aus dem Lager stets lautes Hämmern und Nageln. Immer wenn man dann mal schaute, was es denn damit diesmal auf sich hatte, konnte das Bühnenbau-Team gleich ihr neustes Werk präsentieren. Nur eine Tür weiter in der Studiobühne konnte man oft auch noch das Choreographie-Team beim Entwickeln neuer Tänze beobachten. Still und leise hingegen traf sich das Inszenierungs-Team, immer wenn es grade passte, in diversen Cafés und Mensen der Uni, um die neusten Ideen rund um Text, Bühnenbild und Schauspiel auszutauschen. Man munkelt sogar, sie hätten sich so vom Stück mitreißen lassen, dass sie bis spät in die Nacht damit beschäftigt waren.

Auch in der Probenphase war weiterhin Kreativität und vor allem Disziplin gefragt, denn ein straffer Probenplan trieb alle stets voran.

 

Das Orchester, unter der Leitung von Musikstudent Jonathan Büker, wurde durch die Länge und den hohen Schwierigkeitsgrad des Stückes vor einige Herausforderungen gestellt. Die Proben waren so engmaschig geplant, dass wir für viele Stücke teilweise nur eine intensive Probe hatten. Jonathan ist sich aber sicher, dass letztendlich alle an der Größe dieses Projekts gewachsen sind und auch viele Erfahrungen und Erkenntnisse für die eigene Tätigkeit als LehrerIn später mitgenommen werden konnten.

Nach einem Endspurt von zwei Wochen intensiver Probenarbeit konnten wir die „3 Musketiere“ am 13., 14. und 15.2. im Pädagogischen Zentrum des Helene-Lange-Gymnasiums aufführen. Die Aufregung war gerade vor der Premiere – sowohl beim Orchester als auch beim Ensemble – besonders groß. Im Vorraum zu Bühne hörte man Grüppchen aus kostümierten und schwarz gekleideten Leuten aufgeregt diskutieren, bis es endlich losging. Plötzlich wurde aus Aufregung Konzentration und aus Konzentration wurde Höchstleistung. Spätestens nachdem die ersten lauten Lacher aus dem Publikum zu hören waren, wurde hinter der Bühne erleichtert ausgeatmet. Die Aufführungen waren ein voller Erfolg. Nach der Aufführung für SchülerInnen des Gymnasiums konnte man sogar einige von ihnen mit Luftdegen fechtend Songs des Musicals auf dem Schulhof singen hören. So wie uns auch überwältigend positive Rückmeldungen der Erwachsenen trafen, könnte man meinen, sie hätten es den Kindern am liebsten gleichgetan.

Nach zwei so unterschiedlichen Musical-Projekten hat das Institut und haben vor allem die Studierenden gezeigt, wie breit sie musikalisch – und diesmal auch schauspielerisch – aufgestellt sind. Ein unvergessliches Projekt, das nur noch durch ein weiteres übertroffen werden könnte. Und das ist seit einigen Wochen schon wieder in Vorbereitung.

Text: Maresa Lathen, Madita Wendland& Vanessa Lichtenberg