Michael Stegemann


Veranstaltungen im Sommersemester 2021


Hinweis: Die Anmeldung im LSF ist unbedingt erforderlich!


Musikgeschichte I – Von den Anfängen bis 1750

Mo. 10 bis 12 Uhr · Online · Beginn: 12.04.2021 · 160163

Von Babylon nach Paris – viereinhalb Jahrtausende Einstimmigkeit / Die Schule von Notre-Dame und die frühe Mehrstimmigkeit / Das Alte und das Neue – von der Ars antiqua zur Ars nova / Troubadours und Trouvères, Minnesang und Meistersinger / Die Wiedergeburt Europas aus dem Geist der Antike – Renaissance / Wahrheit statt Kunstfertigkeit – Claudio Monteverdi und die Anfänge der Oper / Die »Tugend« der Virtuosität – die Emanzipation der Instrumentalmusik / Im Glanz des »Sonnenkönigs« – der französische Barock / »Das Staunen der Welt« – Venedig, Vivaldi und das Solokonzert / Dreimal Geburtsjahr 1685 – Domenico Scarlatti, Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel.


Interpretationsforschung – Igor Strawinsky

Mo. 12 bis 14 Uhr · Online · Beginn: 12.04.2021 · 160162

Der 50. Todestag Igor Strawinskys (am 6. April 2021) ist allemal Grund genug, einen der größten Komponisten des 20. Jahrhunderts in gleich zwei Seminaren zu würdigen. Alles, was Strawinsky begegnete, nahm er begierig auf und machte es sich zu eigen: Russische Folklore steht neben raffinierten Klanggespinsten à la Debussy, brachiale Rhythmik neben weit gespannten Melodien, Renaissance-Madrigale von Gesualdo neben barocken Concerti von Pergolesi, mittelalterliche Modalität neben Music-Hall- und Jazz-Einflüssen. In den 1950er Jahren – mit über 70 – folgte er sogar dem Beispiel Arnold Schönbergs und entwickelte einen eigenen Zwölfton-Stil. Wie sein Freund Pablo Picasso war Strawinsky ein wahres Chamäleon: Ständig änderte er seinen Stil – oft von einem Werk zum anderen – und blieb doch immer er selbst; »Ich lebe weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft: ich bin in der Gegenwart. Ich weiß nicht, was das Morgen bringen wird; ich kann nur wissen, was heute für mich wahr ist: dem bin ich verpflichtet.« Wie sind seine Interpret*innen damit umgegangen?


Camille Saint-Saëns - Ein Europäer und seine Zeit

Di. 14 bis 16 Uhr · Online · Beginn: 13.04.2021 · 160160

Eigentlich war dieses (Haupt)Seminar – auch für Musikjournalist*innen und als Repetitorium im Master bestens geeignet! – als Begleitseminar zu einem Internationalen Symposion gedacht, das Mitte April in Dortmund stattfinden sollte; pandemie-bedingt musste dieses auf Ende Oktober verschoben werden – aber der 100. Todestag des Franzosen (am 16. Dezember 2021) und die »Forschungsstelle Camille Saint-Saëns« an unserem Institut bieten Platz genug, um ihm trotzdem die Reverenz zu erweisen. Der Komponist des allzu berühmten Carnaval des animaux – er wusste schon, weshalb er die Veröffentlichung zu Lebzeiten untersagte…! – war ein erklärter Europäer, dessen langer Lebensweg zahllose Begegnungen und ästhetische Diskussionen verzeichnet. Denen nachzugehen ist das Ziel dieses Seminars.

 


Igor Strawinsky in Amerika - Die vergessenen Meisterwerke

Di. 16 bis 18 Uhr · Online · Beginn: 13.04.2021 · 160161

Und noch einmal Igor Strawinsky zum 50. Todestag: Natürlich war und bleibt Le Sacre du printemps (1913) sein absolutes Meisterwerk, und die Popularität seiner anderen Ballette wie L’Oiseau de feu, Petruschka, Les Noces oder Pulcinella stehen dem Sacre in nichts nach. Dann aber scheint sich seine Spur in der Musikgeschichte zu verlieren; als Strawinsky 1940 in die USA übersiedelt, werden seine Kompositionen immer sperriger und eigenwilliger – bis hin zu einer ganz persönlichen Hinwendung zur Zwölftonmusik. Es entstehen Ballette wie Orpheus oder Agon, die Mass und andere Kirchenwerke, die Oper The Rake’s Progress oder die biblische Fernseh-Kantate The Flood… und zuletzt einige Werke für den Markusdom in Venedig: Diesen spannenden und wichtigen, in Europa aber kaum rezipierten Spätwerken soll diese Seminar nachspüren.