Günther Rötter

Veranstaltungen im Wintersemester 2019/20


Musikpsychologische Betrachtungen des Werks von Gustav Mahler

Mo. 14 bis 16 Uhr · EF 50 Raum 4.310 · Beginn: 14.10.2019 · 160136

„Einer von uns Beiden muß verrückt sein - ich bin es nicht!“ (Eduard Hanslick über Mahlers 1. Sinfonie)

Der Komponist Gustav Mahler ist bis heute nicht unumstritten, dabei gleichen sich die Argumente seiner Freunde und Feinde oft aufs Haar (Tagesspiegel, 13.05.2011) „Die zitathaftigkeit der Musik, ihre Dekonstruktionen, ihr notorisches sich „ausgenießen“ (auf Alban Berg) bis zur völligen Entgrenzung und Erschöpfung, das Uneigentliche, die Ironie, … - das stößt viele ab; gleichzeitig zieht die Schärfe und Sukzessiviät seines Geistes, die Virtuosität seiner Instrumentation und seine Welt- und Zeitfühligkeit viele an.“ Auch als Person ist Mahler sehr vielschichtig und es gibt nur wenige Komponisten bei denen der Zusammenhang zwischen Biografie und Werk so offensichtlich ist.


Musik in der Werbung aus Sicht der systematischen Musikwissenschaft

Mo. 10 bis 12 Uhr · EF 50 Raum 4.310 · Beginn: 14.10.2019 · 160135

„Werbung ist ein kommerzieller, meist einseitiger Kommunikationsprozess, der positive Einstellungen zu Objekten und Sachverhalten erzielen soll, Präferenzen schaffen und verändern will und zu Handlungen zu verleiten versucht“ (De La Motte - Herber, 1996) In den meisten Fällen wird Werbung in den visuellen Medien mit Musik unterlegt um zum Beispiel ein Audiobranding zu erzeugen, d.h. einen Wiedererkennungswert zu gewährleisten, um Stimmung zu erzeugen oder das Gefühl für einen bestimmen Lifestyle zu erwecken. Doch funktioniert das alles überhaupt noch? Und wie funktioniert es? Welche Wahrnehmungsmechanismen treten in Gang? Diese und ähnliche Fragen sind Teil des Seminars.


Harmonie- und Formenlehre aus Sicht der systematischen Musikwissenschaft

Di. 10 bis 12 Uhr · EF 50 Raum 4.310 · Beginn: 15.10.2019 · 160137

Nicht immer sind die Fächer Harmonie- und Formenlehre bei den Studenten beliebt. Gleichwohl gehören diese beiden Fächer zu den essentiellen, unverzichtbaren Lehrinhalten des gesamten Studiums. So ist zum Beispiel die Kenntnis der großen symphonischen Formen das Verständnis von Modulationen bis hin zu elementaren Erscheinungen, wie die Skalen des Dur-Moll-Systems und der Kirchentonleitern unverzichtbar. Wer diese beiden Disziplinen nicht beherrscht, dem verschließt sich jeglicher wissenschaftlicher und analytischer Zugang zur Musik.

Den Phänomenen der Harmonie- und Formenlehre liegen wahrnehmungspsychologische Gesetze zugrunde, die es in diesem Seminar zu untersuchen gilt.


Wertvorstellungen über Musik

Do. 12 bis 14 Uhr · EF 50 Raum 4.313 · Beginn: 18.10.2019 · 160138

 

Es gibt keine musikalische Wahrnehmung, der nicht eine Beurteilung durch den Hörer folgt. „Urteile (Werturteile) und Präferenzen sind bedeutungsähnliche Begriffe, bei denen der bewusste Akt des Urteils und damit der Entscheidung für oder gegen bestimmte Musik (Präferenzen) im Vordergrund steht. Urteile lassen sich im Weiteren danach differenzieren, ob sie sich als Sachurteil -das begründungsfähig ist- zu verstehen sind, als Man-Urteil, das von anderen übernommen wird oder schließlich als Ich-Urteil, das darauf basiert, dass sich eine persönliche Beziehung zu der Musik entwickelt hat.“ (Klaus Ernst Behne 1987, 2010) Die drei Komponenten werden normalerweise nicht voneinander unterschieden was in diesem Seminar differenzierter betrachtet werden soll. Gibt es überhaupt Sachurteile in der Musik? Oder sind alle Urteile über Musik in Wirklichkeit Gefühlsurteile, die nachher durch sachliche Argumente kaschiert und begründet werden?