Holger Noltze

Veranstaltungen im Sommersemester 2020


Digitalisierung, Musik und ästhetische Erfahrung

Mi., 12 bis 14 Uhr · EF 50, Raum 4.307 · 160123 · Beginn: 22.04.2020

Die Digitalisierung hat alles verändert, und die Dynamik der durch sie ausgelösten Transformationsprozesse hält an. Wir befinden uns inmitten einer Revolution: Was bedeutet sie aus Sicht derer, die Musik, Kunst, ästhetische Erfahrung und ihre Vermittlung für wesentlich halten? – Das Seminar will, ausgehend vom Blick auf unseren digitalen Alltag, eine Theorie- und Positionsfindung anregen. Beethovenmusik im Stream aus winzigen Ohrstöpseln: Hören wir sie anders? Die Perspektive ist analytisch-kritisch, zugleich neugierig auf die Chancen, die in den neuen Medien lägen. These: Wir haben das Internet noch nicht verstanden. Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierten mit der Bereitschaft zu Lektüre und Diskussion.

> Medien und Musik, kulturelle Bildung, Kuratierung


Opernkino / Musiktheaterkritik

Mi. 18 bis 22 Uhr · EF 50 Studiobühne · Beginn: 22.04.2020 (Wagner: Parsifal) · 160146

Fortsetzung der Reihe mit musikalisch/szenisch herausragenden Opern-Aufführungen auf der großen Leinwand der Studiobühne. Das gemeinsame Schauen und Hören wird diesmal erweitert durch kurze Einführungen vorher und eine Diskussion des Gesehenen. Geübt werden soll der professionelle Blick des Kritikers: Wie „liest“ man eine Inszenierung? Welche Regie-Handschriften sollte man kennen? Die Veranstaltung ist zugleich offen für alle, die sich für eine Erweiterung ihrer Repertoirekenntnis interessieren. Für kurze Einführungen können Leistungspunkte erworben werden.

> Musiktheater, Medien, Repertoirevertiefung, Musikkritik


Die Konzerteinführung. Praxis und Theorie der Vermittlung „en face”

Do., 8 bis 10 Uhr · EF 50, Raum 4.313 · 160124 · Beginn: 23.04.2020 

Was erwartet ein Publikum, wenn es ein paar Minuten vor einer Veranstaltung sich etwas über die Musik, ihren Komponisten und Kontexte erzählen lässt? Was ist wichtig, wie tief kann man einsteigen, wie kann man die Aufmerksamkeit der Zuhörerinnen und Zuhörer stimulieren und – im besten Fall – Ohren, Herz und Hirn für Musik öffnen? – Nie kommt der Musikjournalist seinen Adressaten so unmittelbar nah wie in der Konzert- oder Operneinführung. Das Seminar fokussiert Techniken und Theorie solcher Vermittlungsarbeit en face. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen sich aber auch praktisch erproben.

> Musikvermittlung, Rhetorik, Musikjournalismus


Beethovens Symphonien lesen. Martin Geck zu Ehren

Fr., 10 bis 12 Uhr · EF 50, 4.313 · 160123 · Beginn: 17.04.2020 (entfällt am 24.4. und 15.5.)

»Beethoven hören« ist der Titel von Martin Gecks letztem Buch. Um Beethoven und wie gerade dessen Musik zu hören sei, darum kreisten die Gedanken des Dortmunder Emeritus ein Forscherleben lang. – Das Seminar möchte Gecks Überlegungen für die Beethoven-Rezeption heute fruchtbar machen, vor allem die der zumal im Jubiläumsjahr allgegenwärtigen Symphonien: Was hören wir, wenn wir »Jatatataa« hören? Es soll also gelesen werden, mit der Frage, ob und wie das Schreiben über Musik die Erfahrung von Musik vertiefen kann.

> Musikvermittlung, Ästhetik, Musikgeschichte, Musikjournalismus, Musik und Literatur, Rezeption