Eva-Maria Houben

Veranstaltungen im Sommersemester 2020


Tonsatz: Suite, Partita, Fantasia – Latente Mehrstimmigkeit im Barock (mit Andreas Feilen)

Di. 14 bis 16 Uhr · EF 50 4.307 · Beginn: 07.04.2020 · 160122

Im Prinzip der Figuration liegt die Erklärung dafür, dass etwa Joh. Seb. Bach Motetten komponierte, in denen, wie Wagner es einmal formulierte, alle Stimmen sich gemeinsam durch ein „Meer… harmonischer Wogen“ bewegen konnten. Die einzelne Stimme beschreibt bereits einen harmonischen Raum (vgl. z. B. Joh. Pachelbels berühmten „Canon“)  – und lässt (z. B. durch Orgelpunkte, Akkordbrechungen, Intervallsprünge u.v.m.) eine latente Mehrstimmigkeit erkennen. Im Seminar werden Sätze aus Partiten, Suiten, Fantasien von Bach, Telemann u.a. analysiert, um dann selbst einen Satz für das Konzert zu schreiben.

Das Tonsatz-Konzert ist am 14. Juli 2020, 18.00 Uhr, in der Ev. Kirche Margaretha, Dortmund-Eichlinghofen.


Analyse I: Antonin Dvorak – Symphonien und symphonische Dichtungen

Di. 16 bis 18 Uhr · EF 50 4.313 · Beginn: 7.04.2020 · 160157

 

Alle symphonischen Dichtungen und ausgewählte Symphoniesätze werden auch (und sogar vorrangig) im Hinblick auf die Instrumentierung analysiert. Etliche bekannte Instrumentationslehren (u. a. die von Berlioz/Strauss, von Mussorgsky, von Widor, von W. Gieseler) werden hinzugezogen, um besondere Orchestrierungen und Farbgebungen zu studieren, zu interpretieren und schließlich in eine Analyse der übrigen Parameter einzuordnen.


Analyse II: Werkanalyse und Interpretation

Mi. 10 bis 12 Uhr · EF 50 4.313 · Beginn: 15.04.2020 · 160156

Der Interpretationsbegriff in der Musik hat zwei Facetten: zum einen kann die Art der Ausführung, zum anderen die (verbale) Deutung eines Musikwerks gemeint sein. Beide Schattierungen ergänzen und bedingen einander. Im Seminar werden – ausgehend von Interpretationsbegriffen aus der Literatur- und Kunstwissenschaft – Hermeneutik und Interpretation in der Musikwissenschaft studiert: Grundlage für eine Analyse, die ausdrücklich über eine Beschreibung formaler und struktureller Details hinausgeht, um nach dem Wie? und vor allem nach dem (möglichen) Wozu? zu fragen.


Masterkolloquium

Mi. 12 bis 14 Uhr · EF 50 5.207 · Beginn: 08.04.2020 · 160178

Zu diesem Kolloquium sind alle herzlich eingeladen, die den Austausch und die Anregung suchen. Vornehmlich sind diejenigen angesprochen, die eine Künstlerische Master-Arbeit oder eine solche mit hohen künstlerischen Anteilen verfassen möchten.


Komposition: Musikalische Praxis

Do., 10 bis 12 Uhr · EF 50, Raum 4.307 · 160175 · Beginn: 09.04.20

Bei der Analyse von Musik wird eher seltener ein Akzent auf den performativen Akt der Ausführenden gelegt. Aufführungsort, Aufführungssituation, die Beziehungen und Kommunikationsstrukturen zwischen den Ausführenden, deren Aufgabenfeld u.v.m. werden jedoch in diesem Seminar besonderen Studien unterzogen, um vor allem nach dem „Wozu“ von Komponieren und Interpretieren zu fragen. Wozu Musik – angesichts einer Welt, die allerorten brennt? Mit dieser Fragestellung nähern wir uns der Komposition, die weniger die kompositorischen Mittel hinterfragt als vielmehr die strukturellen Interaktionen und Situationen eines Stücks.

Das Konzert Komposition ist am 16. Juli 2020, 18 Uhr, in der Studiobühne, Emil-Figge-Str. 50