GeiGE

Gelingensbedingungen individueller Förderung an Grundschulen im ersten JeKi-Jahr

GeiGe ist ein Verbundprojekt der Universitäten Bielefeld (Prof. Dr. Ulrike Kranefeld), Köln (PD Dr. Anne Niessen) und Münster (Prof. Dr. Martin Bonsen)

Laufzeit: 2009–2012

Das interdisziplinäre Verbundvorhaben GeiGE fokussiert eine der zentralen Zielsetzungen des Programms 'Jedem Kind ein Instrument', nämlich Grundschülerinnen und -schüler aus bildungsfernen Schichten, insbesondere Kinder mit Zuwanderungsgeschichte zu fördern. GeiGE greift dieses Anliegen auf, indem es als Evaluationsstudie JeKi im Kontext der jeweils allgemeinen und fachlichen grundschulpädagogischen Konzeptionen individueller Förderung auf verschiedenen Ebenen in den Blick nimmt. Im Fokus stehen 20 Grundschulen in Essen, die unter pädagogisch besonders herausfordernden Bedingungen arbeiten. Diese werden von Teilprojekt Münster mit Hilfe qualitativer und quantitativer Methoden evaluiert, im Rahmen von Teilprojekt Bielefeld und Köln werden innerhalb dieser 20 Schulen Interviews mit einzelnen JeKi-Lehrenden bzw. videobasierte Erhebungen in JeKi-Klassen durchgeführt.

Teilprojekte GeiGE

Münster: JeKi im Kontext von Schul- und Unterrichtsentwicklung

Köln: Das Konstrukt der individuellen Förderung in den Individualkonzepten von JeKi-Lehrenden

Bielefeld: Unterrichtsanalysen zur individuellen Förderung im ersten JeKi-Jahr

Teilprojekt Bielefeld (Universität Bielefeld): Unterrichtsanalysen zur individuellen Förderung im ersten JeKi-Jahr

Projektleiterin: Prof. Dr. Ulrike Kranefeld

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Melanie Schönbrunn, Dr. Susanne Naacke, Kerstin Heberle

Am Ende des ersten Schuljahres entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen des JeKi-Unterrichts für ein Musikinstrument, das sie im Laufe der folgenden Grundschuljahre erlernen wollen. Zuvor werden ihnen im Laufe des ersten JeKi-Jahres unterschiedliche Musikinstrumente durch ein Tandem aus Grund- und Musikschullehrern vorgestellt. Erkenntnisse aus der bisherigen Forschung weisen darauf hin, dass ein Zusammenhang zwischen der Art und Weise der Musikinstrumentenvorstellung und der späteren Instrumentenwahl (Byo 1991) besteht. Unterschiedliche Methoden der Instrumentenvorstellung bieten dabei den Kindern verschiedene Zugangsweisen und den Lehrenden diverse Möglichkeiten, die Kinder in ihrer Entscheidung für ein Instrument individuell zu fördern.

Fragestellungen:

  • Auf welche Art und Weise kommen die Schülerinnen und Schüler im JeKi-Unterricht mit den Instrumenten in Kontakt? Bietet sich ihnen z. B. Raum für individuelles Erkunden?
  • Inwiefern bieten JeKi-Lehrerinnen und Lehrer, die jeweils auf einem Instrument unterschiedlich ausgebildet sein können, den Schülerinnen und Schülern verschiedene Erfahrungsräume? Wie nehmen die Schülerinnen und Schüler diese Erfahrungsräume wahr?
  • Welche Spuren hinterlassen bestimmte Instrumentenvorstellungen bei den Schülerinnen und Schülern, wenn sie sich gegen Ende des Schuljahres für ein Instrument entscheiden?

Forschungsmethoden:

Um diese Fragen zu beantworten, werden mehrere Unterrichtsstunden des ersten Schuljahres in acht unterschiedlichen Grundschulklassen durch videobasierte Methoden erhoben und nach den Prinzipien der interpretativen Unterrichtsforschung ausgewertet. Zudem werden die Kinder am Ende des Schuljahres in Interviews zu ihren Erinnerungen an den Unterricht und zu ihrer Instrumentenwahl befragt.

Hier geht es zu den Publikationen der Forschungsstelle


Projektbezogene Publikationen

  • Kranefeld, U., Heberle, K. & Naacke, S. (2015). Videographische Befunde zu Aspekten von Unterrichtsqualität im ersten JeKi-Jahr. In U. Kranefeld (Hrsg.), Instrumentalunterricht in der Grundschule. Prozess- und Wirkungsanalysen zum Programm Jedem Kind ein Instrument. Bildungsforschung: Bd. 41 (S. 148-166). Berlin: BMBF.
  • Kranefeld, U. (2013). Assistieren. Rekonstruktion eines Kooperationsmusters im Lehrenden-Tandem im Programm „Jedem Kind ein Instrument“. In U. Riegel & K. Macha (Hrsg.), Videobasierte Kompetenzforschung in den Fachdidaktiken (S. 232–247). Münster: Waxmann.
  • Kranefeld, U. (2013). Wer assistiert wem? Kooperationsmodi im Tandem. In Koordinierungsstelle des BMBF-Forschungsschwerpunkts (Hrsg.),Empirische Bildungsforschung zu Jedem Kind ein Instrument. Ergebnisse des BMBF-Forschungsschwerpunkts zu den Aspekten Kooperation, Teilhabe und Teilnahme, Wirkung und Unterrichtsqualität (S. 42–43). Bielefeld: Universität Bielefeld.
  • Kranefeld, U., Naacke, S. & Heberle, K. (2013). Baukasten Instrumentenvermittlung. Wie Lehrende Musikinstrumente im Unterricht inszenieren. In Koordinierungsstelle des BMBF-Forschungsschwerpunkts (Hrsg.),Empirische Bildungsforschung zu Jedem Kind ein Instrument. Ergebnisse des BMBF-Forschungsschwerpunkts zu den Aspekten Kooperation, Teilhabe und Teilnahme, Wirkung und Unterrichtsqualität (S. 71–72). Bielefeld: Universität Bielefeld.
  • Konsortium des JeKi-Forschungsschwerpunkts (2010). Der BMBF- Forschungsschwerpunkt zu „Jedem Kind ein Instrument“ in Nordrhein-Westfalen und Hamburg. In N. Knolle (Hrsg.), Evaluationsforschung in der Musikpädagogik. Musikpädagogische Forschung: Bd. 31 (S. 275–304). Essen: Die Blaue Eule.
  • Kranefeld, U. & Schönbrunn, M. (2010). Videografie im Unterricht. Medialer Blick ins Klassenzimmer: über den Einsatz und Nutzen videobasierter Unterrichtsforschung für die Praxis. Musik und Unterricht, 101, 55–61.