Bielefelder Evaluationsstudie zum Gruppen-Instrumentalunterricht

Laufzeit: 2009–2013

Projektleiterin: Prof. Dr. Ulrike Kranefeld

Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr. Thomas Busch

Wissenschaftliche Hilfskräfte: Sylke Hempelmann, Svenja Koal, Anna-Lena Wehrmann

Die Bielefelder Evaluationsstudie BEGIn richtet sich auf zwei zentrale Aspekte der JeKI- Programme:

  1. auf die Teilnahme und den Verbleib im Programm und
  2. auf die Voraussetzungen und Bedingungen des Gruppeninstrumentalunterrichts in der Grundschule.

Fragestellungen:

Im ersten Teilaspekt ist ein zentrales Ziel die Bestimmung von Prädiktoren für "Drop- Out", d.h. den freiwilligen Abbruch des Programms durch die Teilnehmer. In der bisherigen Forschung gibt es Hinweise darauf, dass Faktoren wie das Übeverhalten, das Unterstützungsverhalten der Eltern und das Selbstkonzept Einflüsse auf das Fortsetzen des Instrumentalspiels haben. Neben der Frage nach den Gründen für Drop-Out widmet sich die Studie außerdem der Nachhaltigkeit der JeKi-Programme in Bezug auf die Fortführung des Instrumentalspiels nach Beendigung des 4. Schuljahres. Für den zweiten Teilaspekt wird der Gruppeninstrumentalunterricht selbst in den Blick genommen und unter Verwendung von Methoden der videobasierten Unterrichtsforschung analysiert.

Methodisches Design:

Einleitung: Im Rahmen einer geschichteten Panelstichprobe nehmen 1200 Schülerinnen und Schüler in NRW und ca. 200 in Hamburg sowie deren Eltern an jährlichen Fragebogenerhebungen in der 2. bis 5. Klasse teil. Ebenso wird die Perspektive der Instrumentallehrenden erfasst, indem sie zu ihren Einstellungen und Erfahrungen mit dem Gruppeninstrumentalunterricht in der Grundschule befragt werden. Eine ergänzende Befragung der Klassenlehrerinnen und -lehrer und der Schulleitungen zielt darauf, den Stellenwert zu bestimmen, der dem JeKi-Programm innerhalb der Einzelschule zugeschrieben wird.

Über die Erfassung der Vorrausetzungen für und Einstellungen zum Instrumentalunterricht hinaus werden einzelne Unterrichtsstunden in 10-15 Instrumentalgruppen in NRW und in 3-5 Gruppen in Hamburg einmal im Jahr per Videokamera aufgezeichnet und mit Hilfe quantifizierender Methoden der Videoanalyse ausgewertet. Dies ermöglicht eine gezielte Auseinandersetzung mit der Unterrichtssituation und der Beobachtung und Identifizierung einzelner Inszenierungsmuster im Unterricht.

Ausblick: Im Forschungsprojekt BEGIn wird der JeKi-Unterricht also in einem Bedingungsgefüge kontextualisiert, wobei Aspekte des JeKi-Angebots und seiner Nutzung aufeinander bezogen werden. Durch videobasierte Unterrichtsforschung wird zudem der Gruppeninstrumentalunterricht im Hinblick auf die besonderen Bedingungen in der Lernumgebung Grundschule erschlossen. Die Erkenntnisse, die in dieser Evaluationsstudie gewonnen werden, können als empirische Basis zur Weiterentwicklung der JeKi-Programme in NRW und Hamburg genutzt werden.

Hier geht es zu den Publikationen der Forschungsstelle


Projektbezogene Publikationen

  • Kranefeld, U., Busch, T. & Dücker, J. (2015). BEGIn – Instrumentaler Gruppenunterricht in der Grundschule: Teilnahme, Selbstkonzepte, Gestaltungsmuster. In U. Kranefeld (Hrsg.),Instrumentalunterricht in der Grundschule. Prozess- und Wirkungsanalysen zum Programm Jedem Kind ein Instrument. Bildungsforschung: Bd. 41 (S. 49-89). Berlin: BMBF.
  • Busch, T., Kranefeld, U. & Koal, S. (2014). Klasseneffekte oder individuelle Einflussgrößen: Was bestimmt die Teilnahme am Instrumentallernen im Grundschulalter? In B. Clausen (Hrsg.), Teilhabe und Gerechtigkeit. Musikpädagogische Forschung: Bd. 35 (S. 57-76). Münster: Waxmann.
  • Busch, T. & Kranefeld, U. (2013). Selbstüberzeugungen und Programmteilnahme: Wie entwickelt sich das musikalische Selbstkonzept im Programm „Jedem Kind ein Instrument“? Beiträge empirischer Musikpädagogik, 4 (2), 127.
  • Busch, T. & Kranefeld, U. (2013). Individuelle Förderung im Instrumentalen Gruppenunterricht – ein Aspekt von Lehrendenkompetenz im Programm „Jedem Kind ein Instrument“. In A. Lehmann-Wermser & M. Krause-Benz (Hrsg.), Musiklehrer-(bildung) im Fokus musikpädagogischer Forschung, Musikpädagogische Forschung: Bd. 34 (S. 99–116). Münster: Waxmann.
  • Busch, T. & Kranefeld, U. (2013). Wer nimmt an JeKi teil und warum? Programmteilnahme und musikalische Selbstkonzepte. In Koordinierungsstelle des BMBF-Forschungsschwerpunkts (Hrsg.),Empirische Bildungsforschung zu Jedem Kind ein Instrument. Ergebnisse des BMBF-Forschungsschwerpunkts zu den Aspekten Kooperation, Teilhabe und Teilnahme, Wirkung und Unterrichtsqualität (S. 46–48). Bielefeld: Universität Bielefeld.
  • Busch, T. & Kranefeld, U. (2013). Aspekte und Effekte von Lehrendenkompetenz im Programm “Jedem Kind ein Instrument” – Einschätzungen von Lehrenden zu individueller Förderung im Instrumentalen Gruppenunterricht und zu dessen Zielen. In A. Lehmann-Wermser & M. Krause (Hrsg.), Musiklehrer(-bildung) im Fokus musikpädagogischer Forschung, Musikpädagogische Forschung: Bd. 34 (S. 99-116). Münster: Waxmann.
  • Kranefeld, U. & Dücker, J. (2013). Unterrichtszeit nutzen. Inszenierungsmuster im instrumentalen Gruppenunterricht. In Koordinierungsstelle des BMBF-Forschungs-schwerpunkts (Hrsg.), Empirische Bildungsforschung zu Jedem Kind ein Instrument. Ergebnisse des BMBF-Forschungsschwerpunkts zu den Aspekten Kooperation, Teilhabe und Teilnahme, Wirkung und Unterrichtsqualität (S. 72–75). Bielefeld: Universität Bielefeld.
  • Busch, T., Dücker, J. & Kranefeld, U. (2012). JeKi- Unterricht – nein danke? Eine Analyse der Entscheidungen für und gegen die Teilnahme am Programm „Jedem Kind ein Instrument” in Nordrhein-Westfalen. In J. Knigge & A. Niessen (Hrsg.), Musikpädagogisches Handeln. Begriffe, Erscheinungsformen, politische Dimensionen. Musikpädagogische Forschung: Bd. 33 (S. 213–236). Essen: Die Blaue Eule.
  • Busch, T. & Kranefeld, U. (2012). Teilhabegerechtigkeit oder ungleiche Chancen. Wer verlässt das Programm „Jedem Kind ein Instrument”?. In T. Greuel & K. Schilling-Sandvoss (Hrsg.), Soziale Inklusion als künstlerische und musikpädagogische Herausforderung. Musik im Diskurs: Bd. 25 (S. 145–158). Aachen: Shaker.
  • Busch, T. & Kranefeld, U. (2012). Sind Mädchen die besseren Optimisten im Umgang mit Musik? Prädiktoren des musikalischen Selbstkonzepts in der Klassenstufe 2. Beiträge empirischer Musikpädagogik, 3 (1), 128.
  • Konsortium des JeKi-Forschungsschwerpunkts (2010). Der BMBF- Forschungsschwerpunkt zu „Jedem Kind ein Instrument“ in Nordrhein-Westfalen und Hamburg. In N. Knolle (Hrsg.), Evaluationsforschung in der Musikpädagogik. Musikpädagogische Forschung: Bd. 31 (S. 275–304). Essen: Die Blaue Eule.